2009/08/18

salamander1

salamanderZ. - ralf-j.egert



 



 

einst autor, regisseur, journalist; jetzt querkopf und frührentner!

 











 

Tagebuchfragmente - kurz "BIPOLARIS" genannt - aus dem: „Weil nicht ist, was nicht sein darf…“




Für die, die mir über Jahre alle Fehlerhaftigkeit verzeihen –
deren Mut und Kraft den freien Fall verhinderten.
Ihre Entschlossenheit, ihre Willenskraft sind kurz bevor es zu spät wurde, in mir erwacht. Danke.

Weniger schwülstig gerafft:
„The boys are back in town: Rock’n roll!"



 

(c) 2006 by

sZ. alias Ralf-J. Egert alias Fredi J. alias rje, alias dj, alias salaZ., alias "unknown", alias dsj, …,alias folgender Vitalwerte:
RR 130/ 90; P 124; Pulmo: dtl. Giemen; regelmäßige, laute Herztöne; wach und orientiert; Cushing-Syndrom; bipolare Störung; reaktive Depression; physische Hinfälligkeit; Platzwunde am Kopf; Schwellung am Augenlid und Händen, Schwindel, aufgeschlagene Kniescheiben, Schürfwunden an den Händen, möglicherweise Leberprobleme dank Seroquel; trocken, Sauerstoffmangel, Hypoglykämie - möglicherweise Insulinom (Termin 22.8.); anerkannte Schwerbehinderung derzeit 70%! (08.08.2006)
 

Aber nicht Panther, Tiger und Co., dat war Tucholsky!

(Anmerk. Webmaster)
 




 

I.




Ich erinnere mich an die Auseinandersetzung mit meiner Psychologin: "Hinnehmen, was nicht zu ändern ist…“ – der Gelassenheitsspruch!
Markige Worte, denen ich entgegenhielt: „Bloch!“
Kein Sumpf, der nicht mit Arbeit auszutrocknen ist!
Die Worte hallen nach, obwohl meine Therapie lange zurück liegt.

Stakkato:

Versagen wollte ich lernen.
Verlieren.
Mich anderen offenbaren.
Mein nunmehr gesundheitlich zerstörtes Sein akzeptieren.
Fallen lassen.

Jemehr ich jene Rolle annahm, oder – um im Fachjargon zu bleiben – verinnerlichte, desto mehr bettelte man um die Auferstehung des „Alten“.
Zum Glück blieb der Berg zu; fiel der Schlüssel zur Gruft wieder in den dreckigen Gulli, wo er hoffentlich verschlammt.

Kurios:
Meine Umwelt beweinte ihre Vergangenheit - ich beargwöhnte die meine.

Reuig:
Die vielen Rollen, die ich von Berufswegen spielen musste, spielte - oder (Ausrede?) eben das gelebte Leben einer nicht spießbürgerlichen Existenz in seiner schillernden Konsequenz forderte gar zwanghaft mit sich brachte. Übrigens habe ich alle gerne bedient und drehte mich suhlend in einer Spirale aus Realität, Schutz und „dem großen Unbekannten“.

- Für Freudianer wäre jetzt die Rede von Es, Ich und ÜberIch. –

Ich rauschte in der Arbeit, arbeitete im Rausch und berauschte mich arbeitend.

Nichtausschweifend niedergezinselt:

Feinde, Freunde, Kinder – eine Vielzahl von Enttäuschungen Wunden und Narben auf allen Seiten.

Das soziale Umfeld – es konnte sich selten, meist nie in mich hineindenken, war zunehmend überfordert. Zu komplex und verwirrend waren Vita und Tat.
Puzzleteile, die ich bereit war fein auszustreuen, aber andere nicht zusammen fügen konnten.
Wie auch? Tausende von verzahnten Teilchen, welche nur mit Geduld und Zeit ein wirklich sichtbares Bild hätten formen können. Ich überforderte alle.
Ich brach ab, gab auf, ging auf Flucht.
Nicht einmal. Viele Male.
Viele Leben lang…

Konsekutiv: Sie sahen Fletschers Visionen…
ich hatte die Realität (Achtung: Metapher!).



Ein modernes Oha! für kognitive Trapezkünstler -
Grundlage dieses Textteils war beigefügte, krankenlagerentstandende Notiz:
Williams, Kafka, Büchner, Hölderlin…alle gelesen…
doch Serner, öfter Bukowski gelebt.
Bernhard und Hammett passten nicht mehr…
Bernstein und Kraus – der Schuh zu groß?
Mit Trakl, Delius und Beckett teile ich die Nacht…
 

II.



Dem investigativen Leben der Jahre 1988-94 zollte ich Tribut. Und, obwohl lange her, ich zahle immer wieder und immer noch. Nur eins habe ich inzwischen wirklich an mir erfahren: die Kraft liegt im Bestehen, und nicht in der Flucht.
Und schon gar nicht, weil die Netzwerke an Kollegen, Freunden u.a. brechen – gar unterminiert werden. Der Entschluss das Sein im Dasein zu suchen ist fester denn je.
Auch die „Droge“, die einst jene Omnipotenz im Kampf verschaffte ist längst Geschichte. Kein Künstlerjournalistenwieauchimmergewitzel mehr; kein „Fehlfarbenleben"!

(„…wenn die Wirklichkeit dich überholt,
hast du keine Freunde
nicht mal Alkohol…
Ich weiß nicht mal genau,
wer ich bin,
in der Zeitung zu lesen,
macht keinen Sinn...
Du stehst in der Fremde,
dein Ziel wird sein -
das ist das Ende,
du bleibst allein...
Die zweite Hälfte des Himmels könnt Ihr haben,
das Hier und das Jetzt,
das behalt ich!"

Fehlfarben: Deutschfunkband der 80er.)

Keine Entmündigung, durch persönliche Defizite.

Schubladen und Schablonen gehören unpassend gemacht.

Und es traf viele, nicht nur mich…

Es trifft immer noch!

Mittlerweile müssen einige denken, was will der?

Niente.

Ach so, natürlich nicht ausschweifend sein. Wird einem gern und mir besonders im Gebrauch der Sprache vorgeworfen.
Das Gesprächsgegenüber ist doch nicht dumm!
Mitnichten.
War immer eins meiner Anliegen: der Glaube an den vernunftbegabten, d.h. denkenden Menschen.
Ich höre meine humanistische Erziehung laut furzen! Und wie oft badete ich in der Wirklichkeit?

Ohne Worte. Keep on framing!
Oder deutsch: “Schieß dich endgültig ins Aus!”

(Vorsicht: Viele Metaphern!“ )
Lediglich fragmentarisch öffentlich machen, was mir keiner zu nehmen vermag: das Wort! Und was sollte ein Autor anderes nutzen, als die Sprache.


Falls einige Personen in Sorge oder sich sonstwie angesprochen fühlen:
Details sind hier vergeblich zu suchen, doch mein Kopf funktioniert nicht wie eine schluderig komponierte Seifenoper – entgegen aller Krankheit, Medikation und den Zufälligkeiten der letzten Wochen.



Hardcore:
Die Notizen zu den letzten Passagen – ein Rätsel?
Melodien.
Klassik.
Jeder Ton, anders angeschlagen, eine andere Empfindung.
Jede Aufnahme der „Klassiker“: Unterschiedlich.
In meinem Empfinden.
In dem Empfinden von Millionen.
Und Worte?
Das Wort?
Metaphern, Bilder.
Unterschiedlich gesagt.
Unterschiedlich gehört.
Alles wird unterschiedlich interpretiert.
Wer hört zu? Vertraut seinen eigenen Phantasien?
Schade um die Musik.
 



 

III.




Das Motiv: Ich nenne es Kaspar!
Nicht der Kasper…
Gedanke und Bild führen zu K. Hauser.
Ab jetzt sollte sich sowieso jeder seinen eigenen Reim machen. Ich will nur Motiv und Richtung dokumentieren.

„Möge die Macht mit dem Lesenden sein…“

Es ist bequem und bekannt, die Hirnzellen zu schonen.
Schwarzweiß ist ein Massenphänomen. Es geht dabei nicht um die Farbe, sondern um die Uniformität der frommen Denkungsart. Bunt, die Vielfalt der Möglichkeiten, schreckt.
Das selbstständige Denken wird dem bereitgestellten Wahrheitsbrei geopfert.
Nihil fit sine causa!

Wem danach ist: gern. Doch sollte er dann hier mit dem Lesen aufhören, da ich sonst noch ob meiner Verrücktheit nicht entzückt verrückt wäre.

Bleibt zur Zeit nur Goethe:

"Die Geister, die ich rief...walle, walle..."

Dem Zauberlehrling ging die Puste aus!

Doch war es nur die Puste?

Hmmmm….

Durchstöbern und repetieren wir das Bild in „DaDa-Hasenklein“

Jawohl, desperanto!

Der mächtige,
ganz doll mächtige Zauberer verließ kurz das Haus -
prompt zog der Lehrling den Besen raus…

Er wedelte wild und wurd plötzlich bange,
ob den düsteren Staub
er jetzt besser mit Wasser fange…

(Bereits die Legende Quentin Crisp hat beeindruckend festgestellt, dass sich eine Staubdecke nach sieben Jahren nicht mehr im Volumen verändert! -
Und die Dichte? Hä?!?)

So, nun denkt nach und hebt ab in die Welt der Assoziation!


Rock'n Roll!!!


Ein Nachtrag: Wilhelm Reich erklärte dem skeptischen Kurt Eissler schon 1952, bevor er selbst abgeholt und inhaftiert wurde: Wer von der Peripherie durch die "mittlere Schicht" seines Charakterpanzers hindurchstoßen will, um zum "Zentrum zu gelangen, wo das Natürliche, das Normale, das Gesunde liegt", der "muß durch die Hölle gehen". In dieser mittleren Schicht herrschen "Verwirrung, Zusammenbruch, melancholische Depression und Schrecken".
Der Preis, den jeder zahlen muß, der es wagt zum Kern der Dinge und des eigenen Ichs vorzustoßen, um endlich den gattungsgeschichtlichen Sprung zu vollbringen, und ein "neuer Mensch" zu werden.

Oder:

"Wat für'n Kick, wenn die Sucht
nicht das kriegt, was sie sucht..."
(Heinz Rudolf Kunze)

 





Kleine chiasmatische Spielerei:

Sucht sucht Sucht!
Sucht Sucht Sucht?

Neues ist nicht immer gut,
und Gutes nicht immer neu!

Des des des derf!
(hessisches Gebabbel)


Viva DADA!
 

IV.



Wenn man sie so anstiert, die Eiligen, die Besten, Guten, die Schönen - so dicht gedrängt, aneinandergeklettet im Cocktail aus Schweiß und brunftig anmutenden Rasierwässerchen; die verbalen Abgase der Gesellschaft inhalierend: dann weiß man finalement wie dieser menschliche Fortbestand inszeniert ist.
Strunzbieder wird in den neusten Windungen nichtigen Geschehens gesuhlt - in Trefftrinkhallen, der Tschibo-Kaffeeklappe oder auf sogenannten Parties - bis zum Brechreiz kleingebröselt und ziseliert aufgesagt, und das sie sich sowieso sowas gedacht hätten...
Dann wird dem zum Sägemehl im Hirn gehörigen Körper warm ums Herz, quietschen "kultig"und das sie froh sind, dass ihnen keiner die Wahrheit sagt.
Mein zerstreutes ICH kann nur noch versuchen arschfreundlich umherzugucken, vielleicht etwas zoolüstern sich einzusammeln, und raunzt am Ende: DESPERANTO!

Nachtrag:

Die verantwortungsbewußte literarische Zukunft liegt im Recycling von vorhandenen Texten, unfreiwilligen Bon Mots, Geistesblitzen, Ideenkurzschlüssen, chronischen Black Outs, Hypothalamusgestöber, Gedankenluftschlangen und wie ich es nenne: Hirnkonfetti!

"Alle Straßen münden in schwarze Verwesung!"

(Georg Trakl, Grodek)
 





Kunst treiben
und den anderen verekeln,
sie treiben und vor sich selbst verekeln,
anders ist sie nicht mehr erträglich...


"Warum also, Freund, sie überhaupt noch treiben?"


Aus Paradoxie, Abneigung gegen Konsequenz?


Ich schlage in diesem Fall vor, logisch zu sein und nicht mehr zu dichten, und zu malen, und zu...


Sie sehen in mir den, welcher mit Ehrgeiz begann, schrieb, wirkte, las und stritt;
an einem schönen Tag das gehütete Manuskript verbrannte und seither ein anonymer Mann, der bemessenen Schritts ruhig durch die Leute wankt und seine Freude an ihrer Dummheit hat -
klar und bestimmt -
gepflegter Egoist.
 





So sieht Glück aus...
This is what happiness looks like...


Schlußszene:
Closing scene:


"Natürlich lüge ich!"
"Of course I'm lying!"


PENG!
Bang!
 



 

V.


 

Pimp my story....





Auszüge: Eine zweite Stimme mischte sich ein.
"Himmelherrgott, außerdem fehlt dir bei der Scheißhitze die Spucke und ein anständiges Gläschen, um so viel zu labern!"

Die beiden Stimmen hatten mich aus meinem dumpfen Brüten geweckt. Ich bemerkte, dass ich schwitzte und der Puls am Hämmern war. Der Magen krampfte und obendrein schnürte etwas die Kehle zu. Ich zitterte; ich atmete schwer.
Weg hier!
In den letzten Monaten quälte mich dieses Gefühl häufiger: völlig unvermittelt schreckliche Angstattacken.
Raff ein paar Klamotten zusammen, ab in 'nen Koffer und hau ab! Weg!

Leavin' on a jet plane...
don't know when I'll be back again...

In dieser Sekunde wurde mir klar, was ich nun schon seit Wochen verdrängt hatte: Ich wollte die Ratte Jakupke töten.

(...)

Gewisse Ideen lassen sich offensichtlich nicht auf Dauer verdrängen, dachte ich, obgleich sie so ungeheuerlich sind...
Oder gerade weil sie so ungeheuerlich sind?
Zwei Monate war es her, da bin ich zurück in die Stadt gekommen, die ich viele Monate zuvor fluchtartig verließ. Zwei Monate, wo ich Fredi J. im Knast wusste...
Jakupke kam mir verändert vor, aber - bin ich noch der, der ich vor zwei Monaten war?

Zunächst war da das Meer. Mare Adriatico. Von der Ciriaco Cattedrale reicht die Sicht weit über Ancona, und am typisch italienisch-dunstigen Horizont scheinen Meer und Himmel verschmolzen zu sein.
Fast ein "Blue-Screen" für Erinnerungen.
Don't be panic! Dem Anschein zum Trotz folgen weder verklärte Italienreminiszensen, oder, was weitaus scheußlichere Unterdergürtelliniequalität hätte, noch nach Rhythmus und Sinn suchende Toskanaprosa rotweinschlürfender Akademiker im Dichterrausch...

 

VI.


 

let the good times roll…



(Zwei alte Texte bereiten mir Vergnügen...Hmmm...)


1.

da stellt sich die frage von bruce chatwin, die man eigentlich immer stellen sollte: was tue ich hier?

im fernsehen belobhudelt sich unter dem inhaltslosen moderatorengekrächze jbk’s die fußballnation. die ewig alten fratzen – jedenfalls die, die nicht schon längst unter ihrem geliebten grünen rasen liegen – „live – on – screen“ (ein hirnscreening wäre besser, die bilder würden mich wenigstens amüsieren)!

jau, wie war das damals… „rahn müsste schießen und rahn schießt – tor,tor,tor!“

loddar… ein verbales schwergewicht in jedweder sprache stammelt dumm rum… statt pisa-studie jetzt pisa-studio.

auftritt pocher. „wir holen den titel…“ der mann ist nun weißgott nicht komisch… o, lehrer kerner – freund alter tage – wie tief müssen wir noch sinken…

war es nicht schon damals so, als wir auf dem fürstenplatz im noblen berliner westend einen steifen beim selbst anmoderierten torschuss kriegten…
„von links kommt kerner… kerner… er dreht sich…“ - und im tor stand deine kleine schwester julia oder mein bruder mike.
und manchmal florian herbst, sohn eines anderen jo… glasiger blick bei jedem schuss.

mensch johannes baptiste… noch immer auf dem trip: „es gefällt, was sich ziemt?“ alter spezie, schlag bei goethe nach: „es ziemt sich, was gefällt!“

alles lüge… „we are the champions“ – bah! wann kommt endlich der ständig volltrunkene dfb-schluckspecht MV und lallt mich in schlaf – bitte!

jo, jo, und das jo labert…

mein lieber - so war es auch, als du engert im sfb die schuhe gewienert hast und ammenmärchen vom rebellischen studenten bei der boulettenbude mc’… kreiertest.
jo, legenden waren schon immer dein thema… schade. unsere wege trennten sich bald – irgendwann in dem glasgang, der noch immer den jetzt rbb hörfunk mit dem fernsehneubau verbindet… und das ist gut so!

obwohl du mich noch über jahre hinweg gegrüßt hast, konnte ich ich mich deiner gedankenwelt nicht fügen; auch nicht der bei der großen volkspartei, wo du ebenfalls geordnet hast, während ich austrat. tja, ich war nie moderat… hatte fragen und die habe ich immer noch.

gleichwirdsbestimmtendlichsuper… so sollte die nächste show heißen… oder nd (neudeutsch) GW(-)BES (gewerkschaft besser) und für die wm empfehle ich ähnliches. football is comin’ home… hermes (lass wenigstens den namen programm sein), alter götterbote, jag sie raus…
 





2.
 

wochenstart...starte smart...jetzt haste den salat...

welcome to the last two weeks of the fools...


die letzten narreteien sind angesagt...kölle fiebert der fastnacht entgegen...und ich fiebere heftigst im bett...
gehts euch gut, ihr gevögelten auf rügen?

ich muss gerade die konsequenzen meines verfrühten aufstehens ertragen: fieber, gelenkschmerzen, schüttelfrost...von allem etwas - etwas zuviel. rebellion der antikörper...
außerdem quält mich der bittere nachgeschmack dieser unerträglichen verfilmung der "sturmflut", welche mir die flimmerkiste gestern nahebringen wollte. grusel hochmalschießmichweg...dramaturgische kardinalsfehler, schlechte dialoge und zu guter letzt: fast niemand in dem Film sah aus wie aus 1962; kostüme, masken und requisiten - alles falsch.
denk ich an deutsches fernsehen in der nacht… werd ich in den schlaf gebracht…

die worte verziehen sich... dann wieder hocken sie alle um mich herum und warten ob ich sie nicht doch mal wieder benutzen möchte... schüchtern... ich gebe nach und bereue es sofort...die Worte sind unbrauchbar...
ansonsten: lese als vorableseexemplar paul auster, brooklyn revue. erscheint am 17.3.06...sensationelles buch...identifikation möglich, sprache 1+...ganz großer guru (grins)...
 





den frust von der seele schreiben – bei manitu, welche seele? meine backen (selbst die am hinteren rückenteil) zum hinhalten sind aufgebraucht – ab sofort trifft es nur noch die f…
das maß an leidensfähikeit erschöpft, der mut fast dahin und nur ein kleiner faden ist von dem dünnen seil übrig, das ich gewoben hatte.
gruppe? oja, hmmmmmm… blablabla… jedes schweigen in der pampa freudenholms war erquicklicher…
freunde? rufen sie uns nicht an, wir rufen sie an…
gefühle? was du bist a…, na dann prost und ciao bello…
materielle notwendigkeiten: mittlerweile drei prozeße um den mammon…
selbst einstweilige verfügungen tangieren die damen und herren in ihrer selbstherrlichkeit nicht. papier ist eben geduldig und mittlerweile frage ich mich ernsthaft, ob nicht taktik dahinter steckt. das procedere dient der beihilfe zum suizid…
leben… wo?

in zeiten säkulärer orientierungslosigkeit; abu ghureib; terror im namen des islam, des wenauchimmer - und natürlich burger king- wird es schwierig, die linie zu halten. habe festgestellt, das ich wieder mal gegen den frieden bin. auf zum nuklearen showdown und der vernichtung der sogenannten zivilisierten welt. jau, gebt mir 'nen joystick!!!
nebenbei: für den frieden sind so viele, mit denen ich ums verrecken nicht einer meinung sein kann. friedensgewinnler - heisa, wie absurd. sie verbergen sich sich hinter dem deckmäntelchen der kunst, der politik, der frommen denkungsart und in den fünfzig-cent shops, in welchen alles dann doch mehr kostet...

so dat war der auftakt in die woche...
zwei tage waren nicht lang und so war es auch nicht gemeint. doch wat sollen die ganzen sätze...
kann wieder leidlich atmen, leidlich husten und dazu paffen...




ikea - achja - gemeint ist, dass in den verräterischen blicken folgendes zu vermuten ist: "kann er den balg nicht bei dem weib lassen...; passt dort besser hin, so wie die frau zu den ikeamöbeln..."grunz, stöhn, kotz...

entdecke das land der unmöglichkeiten...zwischenruf: der kleine nils will aus dem kinderparadies abgeholt werden...keiner kommt...vaddern ist endlich an den kotzböllern im restaurant erstickt...

 

VII.




"Die Erinnerung ist das einzigste Paradies, aus dem man uns nicht vertreiben kann!"
Robert Musil
 





"Die Liebe ist ein Zeitvertreib, man nimmt dazu den Unterleib!"
Erich Kästner
 





Die Schule der Geläufigkeit, die Liebe und deren Protagonisten - sowie wie man Menschen nicht behandelt. Dazu kommen hier in einigen Tagen öffentliche Gedanken, Unerklärlichkeiten, Simplifizierung - und unter welch primitiv-banalen Umständen man sich plötzlich auf der Station 39 wiederfindet. Ein Theaterstück in sechs Szenen.

Freut Euch drauf! Muss die Kinder in den Schlaf husten!
 





"Und der Mensch ist nur ein Tier,
Immer, und erst recht zu zweit -
Komm spiel auf
Mir,
Die Schule der Geläufigkeit.
Dazu bin ich ja da...!"
Erich Kästner
 





"Ich möchte folgende winzige Botschaft hinterlassen: Jemand hat in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts deutlich die Entstehung eines monströsen und globalen Mangels verspürt!"
Michel Houellebecq
 



 

VIII.


 

dein maul ist meine zeit...




es ist regnerisch, trotz august, und kalt; wirklich kalt. deine mail, du einst vielleicht geliebtes weib, habe ich erhalten.
oha – ich drohte nicht leer, als ich versprach, dass ich alles öffentlich mache.

(für neugierige: u.a. (249Ds) VRs 198 Pls 2127/05)

es hilft und ist tröstlich. die zusammenhänge sind eng wie die bude, in der ich herumhänge – vielleicht sogar vegetiere, aber ich bin des geschwätz unendlich satt und überdrüssig.
und ich lebe noch…
atme;
ich, die nutte;
der, welcher es noch wagt zu atmen;
der welcher noch nicht verreckt ist, obwohl du alles daran setzt und im o-ton erflehst, dass es mich erwischt.

(ist das der fall, wenn du schreist ich kriege die bombe? auweia - ich war in kroatien und serbien, als sich die menschen dort erbärmlich abschlachteten, vergewaltigten , folterten.
bitte, lass es nicht die gene sein!)

hast du als redaktionelle hilfskraft soviel zeit? fragt nicht der sender irgendwann, welche telefonnummern du mit deinen verlogenen und selbstherrlischen tiraden bombardierst?
wird kommen, glaub es mir.
nummern, welche du klammheimlich kopiert hast, um zu vernichten.

datenschutz und der schutz der privatsphäre war nie dein ding.
stammst du nun aus der spandauer vorstadt oder aus irgendeiner fehlzeugung in einer stasi-zentrale zwischen lichtenberg, leipzig oder gar dresden?
in den sparten geheimnisverrat und desinformation könntest du glattweg punkten und ggfs. ist ja noch 'ne popostelle für geistige retorten im archiv des verfassungschutz für dich übrig.

bitte (cobra) übernehmt sie!
oder doch herr maus?
ist der noch aktiv?
im füllen von badewannen hat sie routine. ob genf, köln, hamburg, münchen, berlin - dat wasser muss laufen...
zumal man es eh nicht halten kann!

na ja, schaun wir mal!

bitte um aufklärung an meine mailadresse!!!

ebenfalls in den redaktionen, in denen du "täter" warst, hast du die wesentlichen infos abgeschöpft und auf deinem kleinen pc gehütet; inkl. den vorlagen und dem geistigen eigentum anderer.
geklaut, meine liebe! die worte, die gedanken, ideen, träume und phantasien - wie die fahrräder, welche du scheißarmen studenten nachts vom hinterhof stiebitzen tust; abschneidest und dich dabei als gutmensch wähnst, der den stab über andere - und derer sind viele - im selbstgezimmerten weltbild brechen darf.
wähnen kommt halt von wahn... -oder für geistig rege: ke = harry potter + pippi langstrumpf ./. realität - phantasie + x

ich schrieb dir heute, dass der duden unter fast allen kraftausdrücken dein konterfei zeigt…
dem war nicht genug.
es ist doch so unheimlich verlockend, die aussicht, die möglichkeit, dem ganzen blöden gesindel überlegen zu sein; einen putzer zu haben, der alles erledigt, alle dinge, die für dich qual sind; wie denken und fühlen; und vorne weg zu sein, vorne weg, das ist für dich das verlockendste; nicht mehr hinten weit drin in der masse wie ein stück scheiße;
ach, es hat vieles für sich, fast alles; aber es wäre ein verrat, und deshalb will ich nicht weiter;
DU wirst mich schon verstehen, falls du deine diätbücher beiseite schiebst, endlich hirnfutter kostest und abtauchst in die wunderbare welt der metaphern. ich wünsch es dir - von ganzem herzen - endlich zwischen den zeilen zu lesen, und dann, ja dann könntest du vielleicht auch schreiben.

der dreck, den du nur zu gerne aufwirbelst, der ist mir nicht gut genug.

und nebenbei: lass meine welt in ruhe, kontaminiere sie nicht länger mit deiner verkorksten, übergewichtigen realität.

deine ist tot und tod zugleich -
perseveriert permanent, um in deiner sprache zu bleiben, im recall - und meine noch verdammt jung und zum glück unverbraucht; jungfräulich und natürlich mit vielen, mitunter heftigen straucheleien versehen. aber sie bessert sich und fühlt sich gut an!

wer fragt nach gestern? gestern war tod, verzweiflung, selbstzerstörung, und dank deiner psychiatrie, depression, suizidales erleben, verleugnung, staat, repression, hass…
natürlich noch viel mehr…
aber eben gestern…
vergangenheit.
geschichte.

geschichten von geistern und legenden – mit den jahren werden diese nicht besser, sondern nur fabulöser…

einst schrieb ich: weil dasein noch da…
und das mit dreiundvierzig manchmal verzockten jahren, aber sie haben geprägt.
und dann: ich muss nichts beweisen, die zeit beweist alles…
für wahrheit und wirklichkeit muss man kämpfen
– täglich –
oder wir sind eine gemeinde hoffnungsloser und verlorener; gepeinigt vom pöbel der allzu gerne hinter uns aufblitzt.

und weil der mensch ein mensch ist...
(da lugt der brecht...)

ich bin nicht vollkommen!
ich bin sogar um lichtjahre davon entfernt, vollkommen zu sein;
ich habe fast apokalyptische ängste;
ich habe schmerzen;
ich reagiere oft falsch und noch häufiger über;
ich scheitere - täglich (!);
aber ich würde nie wagen, einen menschen zu quälen und hintertreiben, wie du es plan- und generalstabmäßig anstellst. mit dir bekäme die wolfsschanze neues leben eingehaucht; eben den odem der geschichte. und die ist gespickt mit millionen von sinnlosen massengräbern aus denen - wenn du ganz leise zuhörst - die dumpfen schreie verzweifelter hören kannst. doch die leisen töne - eine dir zu fremde klaviatur.

unter a findet mensch dein konterfei spätestens ab arschloch abwärts (ff.)…;

und ich rufe weder deine mutter, freund, feind oder sonstwen an, um mich zu bessern, zu erheben; mich im trog billiger - zudem häufig falsch zitierter - aphorismen schulterklopfend suhlend-geil zu gebärden!
schon scheiße, wenn die klitoris nur im hirnfick befriedigung erfährt. der körper und die seele sind ohnehin durch und ad acta gelegt.

...positiv… vibrations – yeah!

lass es in der senderfamilie in der recherche ordentlich blitzen und immer dran denken: bild bellt bald blöd!

kurzum: abgeblitzt! -
und hol endlich deinen müll von meinem hinterhof - der in der seele lichtet sich zusehends.

unter uns (großes assoziatives O-HA): lieber würde ich den samen eines der in deinen augen gescheiterten existenzen in meinem kiez begierig aufschlecken, als länger dein verbales ejakulat schlucken zu müssen!


lesen sie nächste woche: das imperium schlägt zurück!
(oder: das universum in der nußschale - stephen hawking!)

viva dada bzw. dr.seltsam – wie ich die bombe lieben lernte!
give me a ride!
 





nachtrag:
klingt nach schwafelei, aber nach deinen erneuten anrufen - 14.8.06 (14.26, 14.29, 17.10,17.16 und 17.23) - sowie der mail (inhalt: einfach BLLG!), letztmalig der versuch mich klärend zu äußern:
-ich schreibe keine sms;
-ich rufe nicht an;
-wenn, äußere ich mich ggfs. öffentlich.

du, meine unruhevolle nervöse, ununterbrochen unbeherrschte bezichtigerin;
unglaublich geschulte beobachterin, die ihre rücksichtslosigkeit zur kunstform erwählte,
du – ich will meine nagelschere (...damit die trauer dem brennen unter den nägeln...) und mein weißes t-shirt (...und der unschuld weichen kann)zurück.
den rest kannst du behalten.

hat heute schon einer auf deiner verbalen klinge tanzen müssen? es bleibt doch niemand in deiner nähe die allerkürzeste zeit ungeschoren…

…schon hatten einige den verdacht auf sich gezogen, sich des verbrechens oder wenigstens vergehens gegen den fehlgriff der natur (grönemeyer) schuldig gemacht zu haben!
auf zur geißelung!


i-a!


finalement: icke nicht mehr opfer aus mangel an lämmchen! ciao!
 





15.8.06 das Telefon bimmelt, die ultimative mail trifft ein(12.56). hier dein geschreibsel - unkorrigiert, unzensiert:
"erwarte was du willst wer zuviel erwartet scheitert ist gescheitert ..........."

was für ein geistiges exponat!

palimpalim!

meine ganze sympathie denen, deren suchenden seelen grenzen überschreiten; nach sternen greifen, um ein stück realität zu ändern.
dem kosmos ein tritt (serner)!
viva dada!


no comment anymore!



 



 

IX.

 

Glas halb voll...
Glas halb leer...










Grummel, grübel...

Es ist fast beliebig.
Zuerst dachte ich, dass ich endlich damit anfange müsste, jenes Glas prallen Lebens als halb voll anzusehen - weit gefehlt!
Eben beliebig.

Leer, voll - scheißegal!

Für mich, für den Fortgang der Geschichte, für jede zyklische determinierte Fehlerhaftigkeit - oder?
Wie blödgläubig sind wir zu meinen, den Furz in der Geschichte, den wir als Menschen hinterlassen, tatsächlich korrektiv beeinflussen zu können?
Wie viel philosophischer Größenwahn steckt hinter diesem Gedanken?

Hey Doc, wie wär’s mit 250mg Seroquel? Ich könnte endlich ein dämlich-breites Grinsen darüber verlieren und hätte Ruhe!

Es ist auch nichts ernst zu Nehmendes, es ist ein langezogenes Paradox, aber es tut nicht weh!

Verdammt, Menschen sind dem Universum als Fliegenschissbestandteil erst seit einem winzigen Bruchteil in seiner unendlichen Geschichte bekannt (Wahrscheinlich eher gar nicht; wobei ich Evolution und zukünftiges Ende zugleich meine!).
Die Geschichte der Wiederholungen. Unausweichlich.
Zyklisch.
Ein Dehnen und sich Zusammenziehen...
Wie beim Koitus - und der ist letztendlich auch nur die immer gleiche Übung.

Es haben oder nicht haben. Spontan ruhen lassen, um dann wieder auf ein Keimen zu lauern. Nichts beschleunigen, um zu vermeiden, dass der Samen schießt und die Frucht nicht zu früh beschneiden. In alle Richtungen treiben lassen, bis das orgiastische sich abzeichnet. Bei Körpertemperatur servieren. Ein simples Rezept.
Aber was tun, wenn man nicht verrückt ist. Wie soll man Zeugung, Entwicklung, den Koitus, das Unberechenbar-Geniale verstehen?

Bimbim!
Replay - und wir glauben die Hand am Abzug zu haben!
Flip-flop-fly! 1000 Punkte, Freispiel, geistiger Praecox!

Eine Geschichte im Ohrensessel; eine Geschichte von immer wiederholten Fehlern, die dennoch perfide von Gesellschaftsonanisten begangen werden mussten, um den vermeintlichen Fortschritt zu sichern.
Und der ist wiederum beliebig, weil stumpfsinnig und austauschbar.

Gibt es überhaupt Fortschritt?
Fortschritt = Rückschritt?

Ein Flugzeug fliegt von Osten nach Westen,
ein anderes von West nach Ost.
Beide mit derselben Geschwindigkeit und dennoch vergeht die Zeit unterschiedlich schnell.

(Hilfe, Ihr menschelndes Weltichverstehdichrichtigundkannalleserklärendberurteilenpack!)


Sie wiederholten sich.
Die Kriege, Kämpfe, seelischen und religiösen Schlachten ums ideologische Paradies.
Zum Teufel mit Glas voll oder Glas leer...-
es ist relativ und hilft mir nicht in meiner persönlichen Misere.

Ein vorgespieltes Leben, kein wirkliches gelebt, nur eine gegaukelte Existenz, keine tatsächliche!
Diktiert, dominiert, gedrungen...
Erzogen zu Fehlleistung, Odyssee und manch traumatischem; immer wieder reaktiv, immer wieder dieselben Fehler; konsekutiv wie der Lauf der Dinge nun mal ist. Du bist, ja wirst gewesen worden sein. Habe ich bereits mit siebzehn gewusst. Hilflos und spätpubertär. Trank Leben in mich rein, und begriff das alles was mich betrifft nur ein vorgespieltes, kein tatsächliches und kein wirkliches Gewesen ist.

Es frisst sich durch!


Ich empfinde auch keine Zufriedenheit im Wiederkäuen meines Elends und in der millionenfachen imaginären Vervielfältigung desselben.
Meine Erfindungsgabe, Poesie, Rhetorik - alles wirft sich auf diesen kranken Fleck bzw. lässt sich nur zu gerne auf einen solchen werfen.
Lebensgewalt, Leib und die marode Seele suchen immer wieder mit beachtlicher Präzision diesen fast unheilbaren Flecken - bis zur Ermattung, Trance oder Erlösung.

Ist es bedenklich, wenn ich an Wedekinds Erdgeist-Lied denke?

Oja!

"Greife wacker nach der Sünde,
Aus der Sünde wächst Genuss,
Ach du gleichst einem Kinde,
Dem man alles zeigen muss.

Meide nicht die ird'schen Schätze,
Wo sie liegen, nimm sie mit -
Hat die Welt doch nur Gesetze,
Dass man sie mit Füßen tritt.

Glücklich, wer geschickt und heiter
Über frische Gräber hopst;
Tanzend auf der Galgenleiter
Hat sich keiner noch gemopst."

Kurzum: Strunz! Wie Flasche leer...Und nicht nur der!


Demnächst Station 39!

 



 

X.


 

Ein quälender Abend…




Nachdenken:
Häng ich am Leben?
An Herz, Lunge, Magen, Pankreas, an dem Verstand oder was sonst noch so aus den Fugen geraten ist?
Weiterdenken: sei ehrlich, es geht schon ums Ganze!
Langsamer Tod.
Einfach jeden Tag weniger werden.
Pharmakuren, bis du nicht mehr weißt, ob Mann ob Frau, ob Tier oder Phantom; bis dich Depressionen erwürgen und Impotenz in dir fault - ein Klumpen Niedergang!
Den Tod herbeisehnen, weil zu feige und kraftlos um sich selbst zu richten.

Si!
Jajaja – da seid ihr wieder, ihr Spiralen im Hirn…
War es ein Traum?
Ich schlenderte durch den "Moabiter Kiez" (falls es den überhaupt noch gibt).
Nicht trunken, aber auch nicht wach.
Ein Schauern im Körper.
Kalt.

Viel los.

Es ist Sommer.
Es ist heiß und schwül.
Es ist Zwielicht.

Ich geh bei Rot über die Straße, werde gerammt und dann überrollt - ich merk nichts.
Keine körperliche Reaktion.
Keine Antwort auf Fragen.
Kein Anfassen zu spüren.
Kein Verlangen.
Ich bin für die anderen nicht da.
Bin wohl tot, deshalb – glaube ich - ist das so.
 



 

XI.


 

kill (ert) Beckmann…




JBK habe ich fertig.
jawohl, alter kumpel!
keene worte mehr.

doch eins muss ick loswerden – jetzt, da icke darf:
kill (ert) endlich beckmann.
oder betet.

mit der hitzewelle konnte man noch fertig werden, und auch der dritte platz der deutschen fussballnationalmannschaft war zu verkraften.
ob in england bomben gefunden wurden oder nicht; irre in amerika billige analysen des geschehens im libanon abgeben – scheiß drauf, nichts gegen beckmann in seiner öffentlich-rechtlichen dauerpräzenz!

beckmann - gipfel jeglichen leidens!

(zum glück hat das leiden mit minutiöser präzision ein ende, aber…
jaul!)

man sollte und muss fragen, ob dat kerlchen sich schon mal eine seiner sendungen angesehen hat. und wenn ja: wie hielt er das nur aus?
Mit zugekleisterten augen und dicken stöpseln in den ohren?

inhaltlich sollte der gebührenzahler darauf bestehen, anstatt dem öffentlich-rechtlichen B. seinen game-boy der gez zu melden - jedes ballerspiel hat mehr niveau!
der mann vom mond lädt zu oft ein.
und sie folgen, die quasi-prominenz – direkt aus dem waschsalon oder den reha-kliniken auf sylt.

fragen:
-mit welcher reader’s-digest miniausgabe bereitet sich das B. vor?
-hält eigentlich irgendein produzent oder aufnahmeleiter während der sendung den gästen die knarre an den kopf?
ich meine, wer würde auf den verbalen schwachsinn sonst antworten oder gar herzlich mitlachen…

beckmann ist ein phänomen, und man sollte ein tiefdruckgebiet nach ihm benennen.
die einzige rolle, die ich ihm zutraue.
aber wir haben ja zum glück viel für den klimaschutz übrig!

soll ick nun die stunden bis JBK’s erwachen zählen, um dich nicht mehr ertragen zu müssen?
gilt die genfer konvention gegen folter auch für „das Erste" und "das Zweite"?
ich nehme euch das zumindest übel und werde mich bei AI erkundigen.
bis dahin zahle ich keine gebühren mehr oder fordere den sendeschluß zurück; inkl. testbild und nationalhymne.

…danach lasst uns alle streben, brüderlich mit herz und hand…

auf desperanto:


„…hörst du die stimme die dir sagt…
into the light…
and I waste my tears...
(falco)

 



 

XII.


 

Aphorismen aus der Vergangenheit…




Memento mori: je unwahrscheinlicher ein Vorfall ist, desto wahrscheinlicher ist er.
Behaupte zumindest ich, der ich ein Vorfall bin, der durch die Unwahrscheinlichkeit dieser Behauptung gleichwohl nicht wahrscheinlicher wird. Ziehe es darum vor, ohne weitere Behauptungen vorzufallen!
 





„Das Leben ist eine Komödie für die Denkenden und eine Tragödie für die, welche fühlen!“ (Hippokrates)
Und ich?
Wo sind die Endorphine, jene Widerstandsnester gegen den Schmerz? Ausgeschaltet durch die pharmazeutische Keule?
Ich erwarte keine Post mehr, keine Anrufe; und ich tue gut daran, denn es kommt ja auch nichts. Aber es ist mir egal. Ich bin nicht länger halb-wirr, nicht vollwirr, sondern einfach und simpel nur müde!
 





Nur eine Leiche ist frei von Widersprüchen und Gefühlen. Alles was sie zu tun hat, ist zu zerfallen…
Morbid?
Der ewigmenschliche Herkuleskampf ums physische und psychische Wohl nimmt mitunter kuriose Wege hin zum Original.
Upps!
Originales?
Beginnt hier etwa etwas Neues?
Auf zu neuen Ufern,
Galeerensklaven des Verstandes!
 





Angriff, Konflikt, Wandel, Krise, Höhepunkt, Auflösung!
Elementare Abfolge des Dramas und ebenso auf das Hier und Jetzt übertragbar.
Jedes Objekt hat drei Dimensionen:
Höhe, Breite und Tiefe.
Menschen – wenauchimmerlob- drei weitere:
- eine körperliche;
- eine soziale;
- eine seelisch-geistige.

Was, wenn all diese genannten Dimensionen mehr oder minder zeitgleich aus den Fugen geraten?
Was, Herr Dramatiker, was dann?

Ein erratischer Konflikt entsteht – Hauptfehler in der Stückentwicklung; absolut zu vermeiden – keiner kann ihn logisch nachvollziehen.
Der Wechsel von einem emotionalen Zustand in einen völlig anderen – immer im Kreis!

Das erste Gebot der Dramaturgie als Lösung?



Eine dreidimensionale Figur muss in einen Konflikt geraten bzw. ihn auflösen. Nur im Konflikt häutet sie sich.
Schicht um Schicht – bis man den wahren Menschen dahinter erkennt.

Worte, Worte, Worte…
Und verschwiemelte Verzweiflung!
O-lala!
 





Augenblick um Augenblick blitzt die Zukunft in Reichweite auf. Wenn ich nicht ein Stück davon erhasche, schnappe, ohne mich festzuklammern; wenn ich die Zeit nicht forme, ohne die Kontinuität einzelner Momente zu zerreißen –
Nichts bliebe zurück!
 





Identifikation erzeugt Emotion und fliegen lernt nur, wer aus allen Wolken fällt!
 





„Wenn einer keine Angst hat, hat er keine Phantasie!“
(Kästner)
 




Chronischer Black-out und besorgt-mahnendes Gegrunze: „Du siehst aber scheiße aus!“

Na und!

Die Banalität öffentlichen Geredes und der Tropismen des Alltags versuche ich nicht mehr für mich zu entlarven.
Es lebt sich vergnügter.
Befindlichkeiten werden – wenn überhaupt – höchstens aus der Perspektive der Rauchecke eines progressiven humanistischen Gymnasiums betrachtet. Was bleibt sind die Antipoden perforierte Coolness und entsetzliche Peinlichkeit!

Hallo Großschnauze!
 




Encore eine Woche des Aufbäumens, der profanen Scharmützel und gnadenlos verschenkter Zeit im gesellschaftlich-heuchlerischen Possentheater.
Malade!
Je länger ich bin,
desto mehr Gräben werden offenbar!
Riss um Riss,
und es fühlt sich verdammt dreckig an!


16.8.06 ff.


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