Über das Lebenals jenes und solches
Das Leben - und zwar konkret: dieses -ist ja zumeist ein ziemlich mieses. Da nutzt es nichts, zu reklamieren. Will man ein anderes Leben führen und klagt vorm himmlischen Gericht, heißt es: Ein neues gibt es nicht. Das alte bleibt, bis es verflossen -und zwar vom Umtausch ausgeschlossen. Ich klag\\\\\\\' ja nicht aus Eigennutz. Es geht auch um Verbraucherschutz. Auf jeder frischen Packung Leben müßt\\\\\\\' es \\\\\\\'nen fetten Aufdruck geben, warnend nach üblicher Methode:\\\\\\\"Vorsicht! Das Leben führt zum Tode!\\\\\\\"Am Anfang nach dem ersten Schrei, denkt man sich noch nicht viel dabei: Man will\\\\\\\'s ja nur, aus Neugier eben,mal ausprobieren, dieses Leben.Und schon tut man den ersten Zugund kriegt davon nicht mehr genug. Nach einer Zeit der Eingewöhnung, braucht man dann bald die volle Dröhnung und fragt sich später irgendwann: Warum fing ich bloß damit an? Wie oft hat man es schon verflucht, daß man nicht loskommt von der Sucht. Die Lösung wär\\\\\\\' ganz explizit umweltgerecht ein Suizid. Gegen ein stilvolles Verendenwär\\\\\\\' grundsätzlich nichts einzuwenden. Doch steht es nicht auf der Agenda: Zu proppevoll ist mein Kalender. Da ist mir kein Termin geblieben. Selbstmord? Ich kann\\\\\\\'s nicht zwischenschieben! Das alte Lied: Die Zeit verzischt, und man stellt fest: Man kommt zu nischt! Unter Protest bleib ich am Leben. Da muß ich durch! So isses eben. Und Sie? Sie bleiben besser auch, weil ich Sie nächstes Jahr noch brauch\\\\\\\'. Ich wünsch\\\\\\\' wie stets - jahrein, jahraus: Kommse gut rein! Und wieder raus!
Martin Buchholz
2007/12/22
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