2007/02/25

17:50 p.m.


Nachdem ich lesen durfte, dass p.m. dem Pons-Global-Wörterbuch zufolge die Abkürzung für "post mortem = after noon" ist, wird mir endlich klar, warum so viele Nachmittage zum Sterben sind.

Ich danke – bereits röchelnd - Martin Buchholz (http://www.martinbuchholz.de) und Pons.

17:50 p.m.

Lenny Bruce Live

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Bob Dylan: Lenny Bruce

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2007/02/24

Ton Steine Scherben Drummer zerstört Tisch in Talkshow

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Stoiber Kompetenz Kompetenz Kompetenz

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Stoiber über seinen Garten, seine Frau & den Gärtner

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Blockadenlog (V)



Kein menschlicher Laut, lediglich das Radio dudelt. Ich fühle mich gefangen im Leben.

Heute ist wohl auch kein Silberstreif am Horizont zu sehen.
Mutlos.
Uns im Ich verloren.
Fett wird die Vergangenheit, mager die Zukunft, blass die Gegenwart.
Mir fehlt die passende Arznei.
Das Leben drängt unerbittlich vorwärts, geradeso als ob es den Tod nicht erwarten könnte.

Ist da nicht wenigstens ein Knistern im Eis?

Blockadenlog (IV)


Die Worte verschlupfwinkeln sich.

Dann wieder kauern sie alle um mich herum

und warten ob ich sie nicht doch mal wieder benutzen möchte.

Schüchtern.

Ich gebe nach und bereue es sofort.

Die Worte sind unbrauchbar.

Fumifugium (Traumwirrwarr II)




Mein Grabstein.

Er steht mitten in einem Theater.

Habe ich das Schlussbild selbst entworfen?

Lächelnd?

Aus einem raffiniert drapierten Laken ragt der todesschlanke Schädel wie ein Säuglingskopf aus dem imaginären Mutterschoß.

Wo der selbstgefällige Dreitagebart sitzt, prangen die Schamlippen.

Was für’n Witz.

Glaube an die Wiedergeburt?

Kiefer zahnlos und die Augen strahlen nach innen.

Mach dich auf im Smog deiner Stadt, erhebe dich!

Und ich laufe los, ich, der Schädel.

Im Fumifugium in den Straßen zwischen Kirche und Theater, Kneipe und Bordell, zwischen den Seiten der Bücher, in Staatsgeschäften und Kleiderschrank, zwischen Kanzel und Scheißhaus.

Nacht überall.

Würmer und Menschen,

die Engel und der Schlaf der Allerheiligen,

Gott in seinem Sarg,

der Teufel in Strapsen,

Staub auf der Kanzel und das Versmaß deliriert…

Hörst Du es?

Schädel?

Du bist es, der sinnentleert am Himmel hängt!

Finale Position.

Fumifugium.

2007/02/23

Kein Aschermittwoch ohne ihn...

Dialog aus der Baracke

Was hast du gestern unternommen?

Geisterstunde.

Wie?

Ich war im Theater.

Und?

//Erwartungsvolles Schweigen//

Ich bin älter geworden.

Berlin-Mitte




Lautlos geht der Tag zu Ende.

Entlang den großen Straßen

die geläuterte Vergangenheit.

Wiederauferstanden.

Welten.

Brücken vom Jetzt zum Eben

und zum Nichts.

Die Verwandlung der letzten Ruinen,

zerfallenen Bögen und Türme;

der Silhouetten und Schattentheater.

Wände ohne Hinterraum.

Wunderlabyrinth.

Der Blick vergisst,

wohin er schaut.

Leere Fenster,

die glitzernde Sternbilder umfassen.

Ein Zittern.

Tief unter der Erde das Grollen

der U-Bahn,

die in alle Richtungen

nach Westen führt.

Aus dem Außerordentlichen

im immer Gleichen -

aus

Berlin-Mitte.

Dunkelrot

Sie spricht nichts von Bedeutung.
Nichts, als die Lust auf ein Zimmer.
Eine Nummer.
Warum schminkt sie sich die Lippen Dunkelrot?

Sie ist noch nicht alt,
nicht jung;
ein Koffer aus Plastik
mit Leder verziert.

Und die Umhängetasche?
Kleinigkeiten
und alle Wichtigkeiten dieser Welt.

Die Frau,
hennagefärbte Haare -
am Ansatz blond –
hat einen gültigen Pass,
eine Identität,
einen Status,
einen Koffer,
schiefe Absätze.

Wer will wissen,
warum sie sich so abgenutzt haben?
Hat sie den Koffer aus dem Warenhaus?

Sie hat es eilig.
Nicht eilig genug,
um ein Bild an der Wand zu betrachten,
und die halbgenaue Uhr,
welche Mitternacht zeigt.

Sie,
die Frau,
im zerknitterten Mantel,
der jede Form verbirgt,
sie hat Zeit genug, keine Zeit zu haben.

Sie wird ein Zimmer beziehen.
Frisch gelüftet mit dem Regen;
ein frisch bezogenes, zu weiches Bett.

Keine Ansprüche.
Nicht diese Nacht.
Im Hotel.

Fein säuberlich wird sie ihre wenigen Kleider auf der Matratze ausbreiten,
sie alle auf Bügel hängen,
barfuss das Fenster einen Spalt öffnen.

Sie hört dem Regen zu.
Den Geräuschen.
Eine fremde Stadt.

Irgendetwas wird sie denken, das niemand weiß.
Und möglicherweise fährt sie sich mit der Zunge über die Lippen,
um sich im selben Moment gewiss zu sein,
dass sie niemand sieht.

Sie könnte nackt am Fenster stehen.
Dem Regen zuhören.
In dieser fremden Stadt.
Und dem Hotel voller leerer Geräusche.

Sie schweigt,
weil sie das am besten kann,
und das Bett sowieso keine Antwort parat hat.
Auch nicht die vergilbten Vorhänge.

Und sie zieht sich die Lippen nach.

Dunkelrot.
Dunkelrot.

La, re, fa, re...






Früher hell.
Es geht schon auf Frühling zu.
Später wird es dunkel.



Und aus dem Radio trällert Johnny Mandel im weichsten Westcoast-Idiom:



“That suicide is painless, it brings on many changes, and I can take or leave it if I please!”


Papperlapapp.
Frühlingslarifari.

Traumwirrwarr

Elend.
Ich wache auf
und es ist nass.
Scham.
Hat mich jemand angespuckt?



Traum.
TTraum.

Nicht wahr, nicht wirklich.
Die Wahrheit ist ohnehin langweilig.
Es gibt keine Wahrheit.
Nur Puzzleteile.
Teilwahrheiten.
Lücken.


Die Lücken werden mit Fantasie gefüllt.
Aus Elend.
Aus Rache.
Aus Lust.

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La re fa re...

Berlin, Berlin-Brandenburg, Germany

DaDa

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