2007/02/24

Fumifugium (Traumwirrwarr II)




Mein Grabstein.

Er steht mitten in einem Theater.

Habe ich das Schlussbild selbst entworfen?

Lächelnd?

Aus einem raffiniert drapierten Laken ragt der todesschlanke Schädel wie ein Säuglingskopf aus dem imaginären Mutterschoß.

Wo der selbstgefällige Dreitagebart sitzt, prangen die Schamlippen.

Was für’n Witz.

Glaube an die Wiedergeburt?

Kiefer zahnlos und die Augen strahlen nach innen.

Mach dich auf im Smog deiner Stadt, erhebe dich!

Und ich laufe los, ich, der Schädel.

Im Fumifugium in den Straßen zwischen Kirche und Theater, Kneipe und Bordell, zwischen den Seiten der Bücher, in Staatsgeschäften und Kleiderschrank, zwischen Kanzel und Scheißhaus.

Nacht überall.

Würmer und Menschen,

die Engel und der Schlaf der Allerheiligen,

Gott in seinem Sarg,

der Teufel in Strapsen,

Staub auf der Kanzel und das Versmaß deliriert…

Hörst Du es?

Schädel?

Du bist es, der sinnentleert am Himmel hängt!

Finale Position.

Fumifugium.

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